Gebührenordnung für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (GOP)

(Zusammenstellung in Auszügen durch den BVVP-Bayern)

Die Kapitel B und G der GOÄ enthalten folgende Regelungen (Auszug), die auf die Psychotherapie anwendbar sind

B. Grundleistungen, allgemeine Leistungen

(hier nur in Auszügen wiedergegeben)

Allgemeine Bestimmungen

  1. Als Behandlungsfall gilt für die Behandlung derselben Erkrankung der Zeitraum eines Monats nach der jeweils ersten Inanspruchnahme des Arztes.
  2. Die Leistungen nach den Nummern 1 und/oder 5 sind neben Leistungen nach den Abschnitten C bis O im Behandlungsfall nur einmal berechnungsfähig.
  3. Die Leistungen nach den Nummern 1, 3, 5.6.7 und/oder 8 können an demselben Tag nur dann mehr als einmal berechnet werden, wenn dies durch die Beschaffenheit des Krankheitsfalls geboten war. Bei mehrmaliger Berechnung ist die jeweilige Uhrzeit der Leistungserbringung in der Rechnung an- zugeben. Bei den Leistungen nach den Nummern l, 5, 6. 7 und/oder 8 ist eine mehrmalige Berechnung an demselben Tag auf Verfangen, bei der Leistung nach Nummer 3 generell zu begründen.
  4. Die Leistungen nach den Nummern 1, 3, 22, 30 und / oder 34 sind neben den Leistungen nach den Nummern 804 bis 812,817, 835, 849, 861 bis 864, 870,871,886 sowie 887 nicht berechnungsfähig.
  5. Mehr als zwei Visiten an demselben Tag können nur berechnet werden. wenn sie durch die Beschaffenheit des Krankheitsfalls geboten waren. Bei der Berechnung von mehr als zwei Visiten an demselben Tag ist die jeweilige Uhrzeit der Visiten in der Rechnung anzugeben. Auf Verlangen ist die mehr als zweimalige Berechnung einer Visite an demselben Tag zu begründen.

    Anstelle oder neben der Visite im Krankenhaus sind die Leistungen nach den Nummern 1,3, 4,5, 6. 7,8 und/oder 15 nicht berechnungsfähig.

  6. Besuchsgebühren nach den Nummern 48, 50 und/oder 51 sind für Besuche von Krankenhaus- und Belegärzten im Krankenhaus nicht berechnungsfähig.
  7. Terminvereinbarungen sind nicht berechnungsfähig .
  8. Neben einer Leistung nach den Nummern 5. 6, 7 oder 8 sind die Leistungen nach den Nummern 600, 601,1203,1204,1228,1240.1400, 1401 und 1414 nicht berechnungsfähig.

 

Leistungslegenden

Nr.

Beschreibung

Punkte

1xSatz in €

1

Beratung - auch mittels Fernsprecher

80

4,66

Bemerkung BVVP: Im Unterschied zur Ziffer1 im EBM ist dies keine Komplexleistung für mehrere Verwaltungstätigkeiten in der Praxis, sondern eine eigenständige Ziffer z.B. für die telefonische Beratung, die so im EBM leider fehlt. Mit dieser Ziffer und der Ziffer 3 kann im Bereich der Beihilfe und der Privatversicherungen ein wesentliches Tätigkeitsmerkmal psychotherapeutischer Behandlung – die telefonische Beratung oder Intervention – von allen Leistungserbringern gleich abgerechnet werden.

3

Eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung - auch mittels Fernsprecher. Die Leistung nach Nummer 3 (Dauer mindestens 10 Minuten) ist nur berechnungsfähig als einzige Leistung oder im Zusammenhang mit einer Untersuchung nach den Nummern 5, 6, 7, 8, 800 oder 801. Eine mehr als einmalige Berechnung im Behandlungsfall bedarf einer besonderen Begründung.

150

8,74

4

Erhebung der Fremdanamnese über einen Kranken und/oder Unterweisung und Führung der Bezugsperson(en) - im Zusammenhang mit der Behandlung eines Kranken - . Die Leistung nach Nummer 4 ist im Behandlungsfall nur einmal berechnungsfähig. Die Leistung nach Nummer 4 ist neben den Leistungen nach den Nummern 30, 34, 801, 806, 807, 816, 817 und/oder 835 nicht berechnungsfähig.

220

12,82

34

Erörterung (Dauer mindestens 20 Minuten) der Auswirkungen einer Krankheit auf die Lebensgestaltung in unmittelbarem Zusammenhang mit der Feststellung oder erheblichen Verschlimmerung einer nachhaltig lebensverändernden oder lebensbedrohenden Erkrankung - gegebenenfalls unter Einbeziehung von Bezugspersonen - Die Leistung nach Nummer 34 ist innerhalb von 6 Monaten höchstens zweimal berechnungsfähig.

300

17,49

60

Konsiliarische Erörterung zwischen zwei oder mehr liquidationsberechtigten Ärzten, für jeden Arzt.
Die Leistung nach Nimmer 60 darf nur berechnet werden, wenn sich der liquidierende Arzt zuvor oder in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der konsiliarischen Erörterung persönlich mit dem Patienten und dessen Erkrankung befaßt hat.
Die Leistung nach Nummer 60 darf auch dann berechnet werden, wenn die Erörterung zwischen einem liquidationsberechtigten Arzt und dem ständigen persönlichen ärztlichen Vertreter eines anderen liquidationsberechtigten Arztes erfolgt.
Die Leistung nach Nummer 60 ist nicht berechnungsfähig, wenn die Ärzte Mitglieder derselben Krankenhausabteilung oder derselben Gemeinschaftspraxis oder einer Praxisgemeinschaft von Ärzten gleicher oder ähnlicher Fachrichtung (z.B. praktischer Arzt und Allgemeinarzt, Internist und praktischer Arzt) sind. Sie ist nicht berechnungsfähig für routinemäßige Besprechungen (z.B. Team- oder Mitarbeiterbesprechung, Patientenübergabe

120

6,99

70

Kurze Bescheinigung oder kurzes Zeugnis (ausgenommen Dienst- bzw. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

40

2,33

75

Ausführlicher schriftlicher Krankheits- und Befundbericht (einschließlich Angaben zur Anamnese, zu dem(n) Befund(en), zur epikritischen Bewertung und gegebenenfalls zur Therapie. Die Befundmitteilung oder der einfache Befundbericht ist mit der Gebühr für die zugrundeliegende Leistung abgegolten.

130

7,58

80

Schriftliche gutachterliche Äußerung

300

17,49

85

gegebenenfalls mit wissenschaftlicher Begründung – je angefangene Stunde Arbeitszeit

500

29,14

95

Schreibgebühr, je angefangene DIN A 4-Seite

60

3,50

 

     

  1. Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie (Auszug)

Leistungslegende

Nr.

Beschreibung

Punkte

1xSatz in €

808

Einleitung oder Verlängerung der tiefenpsychologisch fundierten oder der analytischen Psychotherapie - einschließlich Antrag auf Feststellung der Leistungspflicht im Rahmen des Gutachterverfahrens, gegebenenfalls einschließlich Besprechung mit dem nichtärztlichen Psychotherapeuten -.

400

23,31

 

Bemerkung BVVP: Diese Ziffer gilt selbstverständlich auch für die Einleitung oder Verlängerung einer Verhaltenstherapie.

Nach unserem Wissen ist damit auch das ausführliche Gutachten für die Langzeittherapie abgegolten. Wir empfehlen hierbei den 3,5-fachen Gebührensatz mit entsprechender Begründung, die in diesem Fall obligatorisch ist, weil diese Ziffer in der vorliegenden Form deutlich unterbewertet ist.

835

Einmalige, nicht in zeitlichem Zusammenhang mit einer eingehenden Untersuchung durchgeführte Erhebung der Fremdanamnese über einen psychisch Kranken oder über ein verhaltensgestörtes Kind.

64

3,73

845

Behandlung einer Einzelperson durch Hypnose

150

8,74

846

Übende Verfahren (z.B. autogenes Training) in Einzelbehandlung, Dauer mindestens 20 Minuten

150

8,74

847

Übende Verfahren (z.B. autogenes Training) in Gruppenbehandlung mit höchstens zwölf Teilnehmern, Dauer mindestens 20 Minuten je Teilnehmer

45

2,62

849

Psychotherapeutische Behandlung bei psychoreaktiven, psychosomatischen oder neurotischen Störungen, Dauer mindestens 20 Minuten

230

13,41

 

Bemerkung BVVP: Mit dieser Ziffer ist eine eigenständige verbale Intervention unterhalb der genehmigungspflichtigen Psychotherapie möglich. Dies entspricht im EBM der psychosomatischen Grundversorgung, die dort allerdings nur Ärzten vorbehalten ist. Auch mit dieser Ziffer wie schon mit den Ziffern 1 und 3 ermöglicht die neue GOP Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ein adäquateres und realistischeres Leistungsspektrum als der EBM.

855

Anwendung und Auswertung projektiver Testverfahren (z.B. Rorschach-Test, TAT) mit schriftlicher Aufzeichnung, insgesamt

722

42,08

856

Anwendung und Auswertung standardisierter Intelligenz- und Entwicklungstests oder HAWIE(K), IST/Amthauer, Bühler-Hetzer, Binet-Simon, Kramer) mit schriftlicher Aufzeichnung, insgesamt

361

21,04

 

Bemerkung BVVP: Bei allen Tests liegt die Begründungschwelle, ab der eine Höherliquidation schriftlich und nachvollziehbar erläutert werden muss, bereits beim 1,8-Fachen Gebührensatz.

857116

13,22

   

860

Erhebung einer biographischen Anamnese unter neurosenpsychologischen Gesichtspunkten mit schriftlicher Aufzeichnung zur Einleitung und Indikationsstellung bei tiefenpsychologisch fundierter und analytischer Psychotherapie, auch in mehreren Sitzungen.
Die Nummer 860 ist im Behandlungsfall nur einmal berechnungsfähig. Neben der Leistung nach Nummer 860 sind die Leistungen nach Nummern 807 und 835 nicht berechnungsfähig

920

53,62

 

Bemerkung BVVP: Auch für die Anamneseerhebung im Rahmen der Verhaltensanalyse in der Verhaltenstherapie ist die Ziffer 860 abzurechnen.

861

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Einzelbehandlung, Dauer mindestens 50 Minuten

690

40,22

862

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Gruppenbehandlung mit einer Teilnehmerzahl von höchstens acht Personen, Dauer mindestens 100 Minuten, je Teilnehmer

345

20,11

863

Analytische Psychotherapie, Einzelbehandlung, Dauer mindestens 50 Minuten

690

40,22

864

Analytische Psychotherapie, Gruppenbehandlung mit einer Teilnehmerzahl von höchstens acht Personen, Dauer mindestens 100 Minuten, je Teilnehmer

345

20,11

865

Besprechung mit dem nichtärztlichen Psychotherapeuten über die Fortsetzung der Behandlung

345

20,11

870

Verhaltenstherapie, Einzelbehandlung, Dauer mindestens 50 Minuten - gegebenenfalls Unterteilung in zwei Einheiten von jeweils mindestens 25 Minuten -

750

43,72

871

Verhaltenstherapie, Gruppenbehandlung mit einer Teilnehmerzahl von höchstens 8 Personen, Dauer mindestens 50 Minuten,
je Teilnehmer
Bei einer Sitzungsdauer von mindestens 100 Minuten kann die Leistung nach Nummer 871 zweimal berechnet werden.

150

8,74

Zum Abschluss dieser Auswahl wichtiger GOP-Ziffern für alle Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten möchten wir nochmal betonen, dass diese Aufstellung nicht den Anspruch der Vollständigkeit erhebt.

Vielmehr soll sie als vorläufige Arbeitshilfe dienen bis die vollständige Überarbeitung der Beihilfevorschriften vorliegt. Erst diese wird rechtsverbindlich für alle Länderbehörden sein. Diese empfehlen wir dann jedem Kollegen zur eingehenden Lektüre. Sobald wir mehr darüber wissen, werden wir Sie informieren.

Vorher bleibt abzuwarten, wie sich die einzelnen Beihilfestellen und Privatversicherungen bei der Erstattung der Rechnungen nach der neuen GOP im Einzelfall verhalten werden. Wir erwarten durchaus Schwierigkeiten und Ärger im Detail mit einzelnen Sachbearbeitern. Es wird sicherlich noch einige Zeit verstreichen bis sich eine einheitliche und verbindliche Bewilligungspraxis zur GOP heraus gebildet haben wird.

Deshalb empfiehlt sich in jedem Fall der Abschluss eines schriftlichen Behandlungsvertrages mit den Klienten.

gezeichnet Landshut 08.08.2000

Benedikt Waldherr Dipl.-Psych.

Psychologischer Psychotherapeut