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| Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. | ||||||||||||||
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Die Veranstaltung zur TK-Studie war ein großer Erfolg Wie angekündigt fand anlässlich des 15-Jährigen Bestehens des bvvp-Bayern am 23.09.2011 im Grand-Hotel „Le Meridian“ in Nürnberg eine Jubiläumsfeier mit Podiumsdiskussion statt. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. Über 170 Kolleginnen und Kollegen diskutierten mit den PodiumsteilnehmerInnen engagiert und intensiv die Ergebnisse und Konsequenzen aus dem Abschlussbericht der TK-Studie zu Alternativen für das Gutachterverfahren.
Auf dem Podium diskutierten:
Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Ursula Heinsohn (4te von links) und Dipl.-Psych. Rainer Cebulla (3ter von rechts) beide im Vorstand des bvvp-Bayern). Nach dem Einführungsvortrag von Benedikt Waldherr, der einen Rückblick auf 15 Jahre bvvp mit einem Rückblick auf 44 Jahre Psychotherapierichtlinien verbunden hat, wurde die Diskussion zunächst auf dem Podium und dann mit den Besuchern eröffnet. Die bvvp-Bundesvorsitzende Birgit Clever stellte anhand einer kurzen Power-Point-Präsentation noch einmal die wichtigsten Eckpunkte und Ergebnisse der TK-Studie vor.
Jochen Weidhaas, wies darauf hin, dass die Notwendigkeit der praxisübergreifenden Qualitätssicherung schon seit vielen Jahren im Gesetz festgeschrieben ist und deshalb auch im Gemeinsamen Bundesausschuss, dem er bis vor kurzen als unparteiisches Mitglied angehörte, immer wieder ´Thema war und ist. Er erwähnte u.a. die sogenannte „Psy-BaDo“ hin, ein System für die Basisdokumentation in psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosomatischen Kliniken sowie psychotherapeutischen Praxen. Auf der Ebene des Gemeinsamen Bundesausschusses und der dortigen Arbeitsgruppe zu Möglichkeiten der Qualitätssicherung im Kontext des Gutachterverfahrens finden also schon ein Diskussionsprozess statt, der erst einmal prinzipiell unabhängig von den Ergebnissen der TK-Studie ist bzw. war. Prof. Carl Scheidt bemerkte, dass es sonst im Rahmen der GKV nirgendwo eine 100% Qualitätssicherung wie bei der genehmigungspflichtigen Psychotherapie gäbe. In anderen Bereichen z.B. der somatischen Behandlungen werde immer eine Stichprobenprüfung gemacht. Es sei zu überlegen nicht alle Langzeittherapien durch die Gutachterpflicht genehmigen zu lassen. Eventuell könnte man sich vorstellen nur in 25% der Langzeitfälle eine ausführliche Begutachtung vorzuschreiben. Andreas Vogt führte aus, dass weder das Qualitätsmonitoring noch das Gutachterverfahren aus seiner Sicht wirklich geeignet sind, die Qualitätssicherung in der Psychotherapie auf Dauer durchzuführen, dass es im Grunde weder das Eine noch das Andere bräuchte. Er betonte allerdings ausdrücklich, dass die Probleme mit dem Gutachterverfahren nicht fälschlicherweise so verstanden werden dürfen, als seien die Kassen insgesamt kritisch gegenüber der Psychotherapie. Wie die TK-Studie noch einmal eindrücklich gezeigt habe, sie Psychotherapie hoch Wirksam und aus der Versorgung keinesfalls weg zu denken. Lediglich das klassische Genehmigungsverfahren über Gutachter werde als zu teuer erachtet. Die
Bestätigung der hohen
Wirksamkeit von Psychotherapie betonte auch Prof. Scheidt
ausdrücklich.
Effektstärken von ca. 1.0, wie sie in der TK-Studie
unabhängig von der Art der
Qualitätssicherung in beiden Behandlungsgruppen erreicht
wurden, seien in der
somatischen Medizin die große Ausnahme. Auch die
nachgewiesene Wirksamkeit der Therapie
mit Psychopharmaka liege deutlich darunter. Auf die Frage, wie hoch der Anteil der Ausgaben für Psychotherapie in der TK seiner Erfahrung nach sei, schätzte Herr Vogt ca. 20%. Diese Antwort erzeugte große Unruhe im Plenum, denn generell betrage der Anteil der psychotherapeutischen Versorgung am GKV-Volumen zwischen 4 und 5%. Auch wenn offen blieb, ob die genannten 20% für die TK realistisch sind, würde das natürlich klar machen, warum die TK so ein starkes Interesse hat, hier immer wieder Innovationsinitiativen zu starten. Herr Bachl wurde im Rahmen der Podiumsdiskussion befragt, ob denn die Einsparpotentiale von Psychotherapie für eine Krankenkasse, die ja die TK-Studie so eindrucksvoll zutage gefördert hat, im Praxisalltag einer großen Krankenkasse wie der AOK Bayern beobachtbar seien und versorgungspolitisch eine Rolle spielten. Seiner Erfahrung nach würden die Einsparungen durch Psychotherapie relativ rasch in der ambulanten Versorgung geschluckt. Man tue sich schwer, die Effekte im Versorgungsalltag fest zu machen. Auf die Frage nach einer mögliche Überprüfung winkte er mit dem Hinweis auf die praktische Unmöglichkeit, dies zu messen ab.
Aus dem Publikum kamen zum einen eine Reihe von Stimmen, die der Frustration über den hohen Aufwand und die schlechte Bezahlung der Berichte an den Gutachter und die enge Taktung der Bewilligungsschritte vor allem in der VT aber auch in der TP Luft machten. Zum anderen kamen eine Reihe von warnenden Stimmen gegen über Modellen, wie dem in der TK-Studie geprüften Qualitätsmonitoring, vor allem was die Datensicherheit, möglichen Datenmissbrauch, aber auch was die Belastung für die PatientInnen betrifft, die sich auch in recht der hohen Drop-Out-Rate bei den PatientInnen in der Qualtitätsmonitoringruppe zeigen würden. Nach einer hochinteressanten Diskussion mit einer Reihe von engagierten Rededuellen, die sicherlich noch einige Stunden hätte füllen können...
...wenn man die Zahl der Wortmeldungen aus dem Publikum betrachtete, wurde das Podium gegen 21 Uhr beendet. Im der Eingangshalle des Grand-Hotel „Le Meridian“ bestand aber bei einem reichhaltigen Buffet anlässlich der Feier zum 15-jährigen Bestehens des bvvp Bayerns die Möglichkeit sich im persönlichen Rahmen weiter über die TK-Studie...
...oder auch manche anderen weniger ernsten Themen auszutauschen.
Die Veranstaltung endete erst am späten Abend und trotz des kontroversen und schwierigen Themas in hervorragender Stimmung.
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