Historie und Übersicht über QM-Modelle für die vertragsärztliche/vertragspsychotherapeutische Praxis unter besonderer Berücksichtigung der Psychotherapeutischen Praxis

 

Als wir vor einigen Jahren anfingen, uns im bvvp  mit Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Psychotherapie zu beschäftigten, wurden wir schnell mit recht kontroversen Standpunkten konfrontiert.

Zunächst mussten wir feststellen, dass beide Begriffe ständig vermischt oder gleichgesetzt wurden. Beide Begriffe lösten unter Psychotherapeuten eine starke Besorgnis nach externer Kontrolle ihrer Arbeit aus mit den damit verbundenen Überlegungen nach Rückwirkungen auf die psychotherapeutische Behandlung.

Doch die Entwicklung im Gesundheitswesen schritt voran mit gesetzlichen Neuerungen: Ab 2000 wurde Qualitätssicherung gesetzlich gefordert, 2004 wurde gesetzlich das einrichtungsinterne Qualitätsmanagement festgelegt (www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/index.php  in den §§ 135 und 136) Als Verband der niedergelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sahen wir es als notwendig an, uns frühzeitig mit praktikablen Modellen für die psychotherapeutische Praxis auseinanderzusetzen.

bvvp  -Mitglieder entwickelten gemeinsam mit der Q4 GmbH ein speziell auf die Bedingungen der psychotherapeutischen Praxis zugeschnittenes QM-System (www.qm-netzwerk-psychotherapie.de , Kontakt: mra@q4-online.com). Das bvvp  -Vorstandsmitglied Benedikt Waldherr führte dieses QM-System in seiner Praxis ein und berichtete darüber u.a. auf der bvvp-Homepage (www.bvvp.de). Trotz seiner positiven Erfahrungen wurde insbesondere auch angesichts des Kostenaspektes Q4 im bvvp  nicht weiter verbreitet.

Frau Dr. Piechotta wandte sich in Nordrhein verstärkt dem Gedanken eines Psychotherapeutischen QM-Systems zu, das allerdings auch nicht die breite Akzeptanz im bvvp fand (www.psychotherapie.org/piechotta ).

Es entwickelten sich in der Folgezeit QM-Systeme für die ärztliche Praxis, die aber nicht speziell psychotherapeutische Praxisbedingungen berücksichtigten. Hier sind zu nennen:

- KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen, www.ktq.de ), zunächst für den Krankenhausbereich eingeführt, wurde an die Arztpraxis unter Mitwirkung der Krankenkassen adaptiert. Zeitweise war auch das damalige bvvp - Vorstandsmitglied, Elisabeth Schneider-Reinsch, an den Arbeitstreffen beteiligt.

- QEP (Qualität und Entwicklung in Praxen, www.kbv.de)  wurde von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelt, dabei wirkten auch Psychotherapeuten mit (in Hessen: Dipl.-Psych. Frank Strieder und Dr. med. Kai Born). QEP, letztlich finanziert von Vertragsärzten/-psychotherapeuten, stellt ein sehr ausdifferenziertes Modell dar. Zwischen der KBV und Berufsverbänden gibt es dazu einen Kooperationsvertrag, den auch der bvvp  abgeschlossen hat.

Was den Modellen KTQ und QEP gemeinsam ist: Sie decken einen großen Bereich der medizinischen Versorgungspraxis ab,  der in weiten Teilen für die psychotherapeutische Praxis nicht relevant ist.  Bei einer ersten Vorstellung im Kollegenkreis ergaben sich schnell Motivationsprobleme: Der Umfang des Materials erdrückt, auch wenn vieles als in der PT-Praxis  „nicht anwendbar“ akzeptiert werden wird.

Es lag nahe, den Versuch zu machen, eigene Ideen  für ein kostengünstiges psychotherapeutisches QM einzubringen:

Schlankere Versionen von QM für die Vertragsarztpraxis wurden z.B. in Westfalen-Lippe mit KPQM eingeführt, www.KVWL.de ). Bei der Entwicklung war seinerzeit unser Mitglied, Frau Dipl.-Psych. A. Weingarten beteiligt.

In Bayern  erarbeiteten Dipl.-Psych Lisa Gerz-Fischer und Dr. med Peter Wollschläger (bvvp  Bayern) in Kooperation mit der Firma Psyprax (www.iqmf.de ) eine kostengünstige QM-Version für Niedergelassene.

In Hessen wurde aus QEP eine Starter Version für Psychotherapeuten entwickelt, deren Anwendung sich in einem Abstimmungsprozess mit der KBV befindet.. Hier ging es auch darum Erläuterungen für die PT-Praxis umzuformulieren und für die PT-Praxis relevante Kernziele aus einer Vielzahl von Zielen herauszufiltern .

Was bietet der bvvp  seinen Mitgliedern aktuell an?

Ø      In Nordbaden (VVPN) wurde von Dr. Dieter Jakob die Idee entwickelt, ein Internet gestütztes QM anzubieten. Dieses Modell gilt als besonders stringente Verwirklichung von Qualitätsmanagement, weil es ein open source Modell darstellt und sich in ständiger Weiterentwicklung und Verbesserung befindet. Nach einer Pilotphase wurde es vom bvvp unter dem Namen q@bvvp übernommen. Es kann nach Anforderung eines Passworts mit dem Anmeldeformular, welches verfügbar ist auf dieser Seite,  gegen eine Gebühr von voraussichtlich  € 30.- für Mitglieder des bvvp  (€ 100.- für Nichtmitglieder) von internen Seiten heruntergeladen und für die eigene Praxis bearbeitet werden. Auf der Internetseite werden häufig gestellte Fragen beantwortet und eine „Fehler“-Seite für die Diskussion „kritischer Ereignisse“. q@bvvp stellt unter den aufgeführten Modellen die kostengünstigste und wohl auch zeitsparendste Variante dar, da es vollständig ohne Schulungsseminare auskommt und anhand der Anleitung in Eigenregie durchgeführt werden kann (Zeitaufwand etwa 2-4 Stunden). Eine Zertifizierung ist mittels dieses Modells einstweilen nicht vorgesehen, allerdings ist sie in den Richtlinien des G-BA (Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen), an denen es eng orientiert ist, auch nicht vorgeschrieben.

Ø    QEP-Training

Es ist zu erwarten, dass QEP in der vertragsärztlichen Praxis neben EPA (Europäisches Praxisassessment, insbesondere für die Hausarztpraxis eingeführt) eine große Verbreitung erfahren wird. QEP und EPA sind beispielsweise die QM-Systeme, die im Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung in Hessen von den Krankenkassen als QM-Systeme akzeptiert wurden. Will man einem umfangreichen QM-Katalog entsprechen, der das gesamte Spektrum ärztlicher Praxen abbildet, ist QEP empfehlenswert. Der bvvp  bietet daher seinen Mitgliedern als weitere Option neben dem q@bvvp QEP-Trainings von lizenzierten bvvp  QEP-Trainern an.

Allgemein wollen wir unseren Mitgliedern und auch Nicht-Mitgliedern die Möglichkeit bieten, sich vor einer Entscheidung zuerst einmal über QM  zu informieren. In Einführungsveranstaltungen des bvvp  werden regional unsere niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen auf die neue Vertragsarztpflicht vorbereitet. Bitte informieren Sie sich dazu bei Ihrem Regionalverband.

Bei der Entscheidung für ein QM-System sollten Sie prüfen, ob die Richtlinien des G-BA  (www.g-ba.de ) erfüllt werden.

Zur Zeit läuft unter zu den o.g. Systemen eine Befragung des bvvp  , die speziell die Anwendbarkeit dieser dargestellten QM-Modelle in der PT-Praxis betrifft (KTQ, QEP, KPQM, Piechotta, IQMF, q@bvvp). Wir werden die Ergebnisse, sobald sie vorliegen, veröffentlichen. Sie sind als Entscheidungshilfe für ein QM-System für den niedergelassenen Psychotherapeuten gedacht.

Zur weiteren Information empfehlen wir folgende Homepages:

http://www.gesundheitspolitik.net/02_ambulante_versorgung/qualitaetssicherung

www.q-m-a.de

 

Hier können Sie sich über q@bvvp informieren

 

QM-Managementprogramm

des bvvp - Informationen und Demo-Version

 

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http://www.bvvp.de/q/