Veranstaltung zur Praxisführung am 27.02.2010

Am 27.02.2010 führte der vhvp erneut eine Veranstaltung zur Praxisführung in den Räumen der Kassenärztlich Vereinigung durch, die wieder gut besucht war und bei den Teilnehmern großen Anklang fand.

Die Ganztagsveranstaltung wurde von vier Referenten des Verbandes durchgeführt: Dipl.-Psych. Heike Dittmar, (PP/VT) aus Frankfurt, Dipl.-Psych. Tilo Silwedel (PP/VT) aus Frankfurt, Dipl.-Soz.-Päd. Ariadne Sartorius (KJP/VT) aus Darmstadt und Dipl.-Päd. Ildiko Nagy (KJP/TP) aus Oberursel/Ts.

Die Veranstaltung zur Praxisführung war sehr gut besucht, sowohl PsychotherapeutInnen in Ausbildung, approbierte KollegInnen auf der Suche nach einem Sitz, als auch frisch niedergelassene KollegInnen nahmen daran teil.

Die 4 ReferentInnen berichteten über verschiedene, für die Niederlassung relevante Themen. Am Vormittag referierten Heike Dittmar und Ariadne Sartorius unter anderem darüber, was man zur Aufnahme einer Vertragspsychotherapeutenpraxis braucht: technische Ausstattung, Datenschutz, GO-Ziffern, Ausfallhonorar, Anlage von Akten. Zum besseren Verständnis wurden Anschauungsmaterialien zur Verfügung gestellt.

Im Anschluss daran hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen. Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann weiter mit Informationen von Tilo Silwedel über den Umgang mit der Abrechnung, über Informationen zu den PT-Richtlinien und Psychotherapievereinbarungen. Es gab eine Einführung über das Zeitkontingent, ebenso Infos zum EBM. Wichtige Adressen, wie die der KV und Kammern wurden erwähnt, die Bedeutung von QM, Fortbildungspflicht und Berufsordnung betont.

Auf der Tagesordnung stand auch, was bei längerer Krankheit im Bezug auf die Zulassung zu regeln ist, wie z.B. das Thema Sicherstellungsassistenz. Ildiko Nagy berichtete über eigene Erfahrungen im Rückblick auf das erste Niederlassungsjahr und benannte die „Stolpersteine“ der Niederlassung. Weiterhin gab es Tricks und Tipps für verschiedene Bereiche im Hinblick auf die Freiberuflichkeit, wie Gruppentarife, vergünstigte Beträge in Kammer und Verband, steuerliche Vorteile in den ersten Jahren der Niederlassung (Bsp. Verlustvortrag).

Aus der Runde der Teilnehmer wurde zurückgemeldet, dass man sich bzgl. der Niederlassung oft alleine gelassen fühlt. Weder bereiten die Ausbildungsinstitute ihre Kandidaten auf die Niederlassung vor, noch gibt es eine ausführliche Einführung von Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung. Viele der TeilnehmerInnen kennen den Kommentar zu den PT-Richtlinien von Faber und Haarstrick nicht. Dieser werde nirgendwo erwähnt oder gar empfohlen. Auch die GO-Ziffern sind für viele, die schon seit Monaten in der Niederlassung tätig sind, nicht klar. Es existiert grundsätzlich eine Verunsicherung in Bezug darauf, welche Nummern man wann und in welchem Umfang abrechnen kann.

Es passiert auch immer wieder, dass frisch niedergelassene KollegInnen die Abrechnungsgenehmigung nicht beantragen; wer das versäumt, erhält trotz Zulassung kein Geld für seine Arbeit. An dieser Stelle bitten wir auch die Praxis abgebenden KollegInnen, dass Sie ihre Nachfolger beraten und auf solche wesentlichen Dinge wie den Antrag auf Abrechnungsgenehmigung hinweisen! Dieser ist zusätzlich zu stellen und nicht automatisch Teil der Zulassung!

Nach dieser Veranstaltung ist uns erneut klar geworden, dass die junge Generation nicht nur in der Ausbildung, sondern auch nach ihrem Abschluss, auf dem Weg in die Niederlassung auf Hilfe und Unterstützung angewiesen ist. Es herrscht auch hier eine große Lücke, die es zu schließen gilt und für die es sich zurzeit noch keine der offiziellen Stellen, wie KV, Kammer oder die Ausbildungsinstitute verantwortlich fühlen. Daher werden wir diese Veranstaltung wiederholen und stehen unseren Mitgliedern und solchen, die es werden wollen, gerne mit Rat zur Seite.

Ildiko Nagy, Oberursel/Ts.