Ergebnisse der PP/KJP-Kammerwahlen 2011

 

Die Psychologischen und die Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen in Hessen haben im Mai ihre Kammerdelegierten gewählt. Am 1. Juni 2011 wurden die Ergebnisse festgestellt. Wir vergleichen mit den Wahlergebnissen 2006.

Ergebnisse:

Zwei weniger erfreuliche Ergebnisse vorweg: Das Abschneiden der IL ist unbefriedigend, denn trotz guter Oppositionsarbeit haben wir einen Sitz verloren. Zwar konnten 88 Stimmen dazu gewonnen werden, aber prozentual fiel dieser Zuwachs weniger ins Gewicht als die Zunahme der Wahlberechtigten. Dennoch gilt unser Dank allen, die uns ihre Stimmen gegeben und uns unterstützt haben! Das zweite unbefriedigende Ergebnis - allerdings für alle Listen - ist die von 70,6 % auf 61,75 % gesunkene Wahlbeteiligung. Und nur 46,76 % der wahlberechtigten PiA haben gewählt!

 Liste

2006[1]

%

Sitze

2011[2]

%

Sitze

+/-

1 DPtV Deutsche Psychotherapeutenvereinigung[3]

 

 

 

 

810

17

6

+6

(Freier Beruf PsychotherapeutIn)

 

331

9

3

 

 

 

-3

(Psychotherapie in Hessen VPP-BDP)

 

234

6

2

 

 

 

-2

2 VT-AS Verhaltenstherapieliste Angestellte – Selbständige

 

703

18

6

1.166

24

8

+2

3 Vereinigungsliste

 

210

5

2

165

  3

1

-1

4 VT-H Verhaltenstherapie-Hessen

 

182

5

1

76

  2

0

-1

5 Psychodynamische Liste PP

 

688

18

6

832

17

6

  0

6 QdM

Qualität durch Methodenvielfalt

 

441

11

3

463

10

3

  0

7 Psychodynamische Liste KJP

 

226

6

2

279

  6

2

  0

8 bkj KJP Hessen

 

179

5

1

256

  5

1

  0

9 IL Integrative Liste PP/KJP
 

687

18

6

775

16

5

-1

Summe

 

3.881

101[4]

32

4.822

100

32

 0

Erwartungsgemäß hat VT-AS deutlich zugelegt und 8 statt bisher 6 Sitze erreicht. Bei näherer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass es sich um eine Verschiebung handelt, denn die beiden verhaltenstherapeutischen Listen Vereinigungsliste und VT-Hessen haben je einen Sitz eingebüßt. Offensichtlich konzentriert sich die verhaltenstherapeutische Wählerschaft tendenziell auf VT-AS. Der für die IL verlorene Sitz ist zumindest rechnerisch bei der DPtV angekommen. Alle anderen Listen blieben im Sitzergebnis unverändert.

Vermutete Gründe für das schlechtere Abschneiden der IL:

1.      Die in unserem Wahlprogramm befürchtete Polarisierung nach Verfahren ist erkennbar: Die VerhaltenstherapeutInnen haben eine VT-Liste, die analytisch orientierten KollegInnen eine analytische Liste unserem integrativen Programm vorgezogen.

2.      Die Veränderung der Kandidatenliste durch den „Rücktritt“ kammererfahrener KollegInnen (Elisabeth Schneider-Reinsch, Roland Deister, Michael Niemann) und den „Vortritt“ junger, noch nicht bekannter KollegInnen (Ariadne Sartorius, Konstanze Mathieu-Baur) kann zu Verunsicherung geführt haben.

3.      Die erstmals wahlberechtigten PiA haben sich wahrscheinlich an den Ausbildungsinstituten und damit verfahrensspezifisch orientiert.

4.      Die Kritik der IL an den überhöhten Kammerbeiträgen hat deren zweimalige Absenkung mitbewirkt. Dies ist im Bewusstsein der Wähler nicht als Erfolg der IL gesehen worden.

5.      Der von der IL kostenbewusst geführte Wahlkampf ohne Hochglanzaussendungen wurde von den WählerInnen nicht honoriert. Durch einen Fehler der Druckerei beim Versand des Wahlprogramms kamen bei einigen Kammermitgliedern leere Umschläge an.

Konsequenzen:

Nachdem bei der Bildung des Vorstands vor fünf Jahren auf die Verhaltenstherapie verzichtet wurde, gibt es jetzt die Chance, dies zu ändern. Allerdings wird die bisherige Vorstandskoalition unter Ausschluss der VT durch den Zugewinn eines Sitzes von 17 auf 18 gestärkt. Wir setzen uns weiter für eine Vorstands- und Ausschussbesetzung ein, die unseren Wahlzielen Rechnung trägt, d.h. für die angemessene Repräsentanz der Verfahren in den Gremien der Kammer und die Notwendigkeit integrativer, verfahrensübergreifender Kompetenz. Wir, das sind in der Reihenfolge der Kandidatenliste die fünf IL-Delegierten der nächsten Wahlperiode: Alfred Krieger, Ariadne Sartorius, Helga Planz, Tilo Silwedel, Hedwig Blume und als erste Nachrückerin Konstanze Mathieu-Baur.

Alfred Krieger, Wiesbaden


 

[1] Wahlberechtigte 2.751, von denen jede/r bis zu zwei Stimmen vergeben konnte. In der Tabelle sind die Stimmen angegeben. Wahlbeteiligung 70,6 %.

[2] Wahlberechtigte 3.846, davon 648 nach einer Satzungsänderung erstmals wahlberechtigte PiA. Wahlbeteiligung insgesamt 61,75 % und 46,76 % bei den PiA. Von der Möglichkeit zum Stimmensplitting haben insgesamt 27,15% Gebrauch gemacht.

[3] Die DPtV-Liste kann als Nachfolgerin der beiden 2006 angetretenen Listen „Freier Beruf PsychotherapeutIn“ und „Psychotherapie in Hessen VPP-BDP“ angesehen werden.

[4] rundungsbedingt