Bedrohung der psychiatrischen ambulanten Versorgung durch Regelleistungsvolumen

Der bvvp unterstützt die Initiative des Praxisverbund Seelische Gesundheit Region Ingolstadt e.V (Psingolstadt.de) eines offenen Briefes an die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt:

In jahrzehntelanger Versorgungssicherstellung entstandene Ausdifferenzierungen unterschiedlicher psychiatrischer Praxistypen werden mit der mit dem EBM 2009 eingeführten starren RLV- Schablone von Fachgruppen-Fallzahl und Euro-Fallwert – deutlich unter dem Fallwert vergangener Jahre wie im Prokrustesbett  zusammengestutzt: Wer sich auf die fachlich gebotene kontinuierliche psychiatrische Behandlung von schwer chronisch psychisch Kranken eingelassen hatte, seinen Patienten statt einem Kurzgespräch zur Medikamentenvergabe eine psychiatrische Gesprächsbehandlung zur Vermeidung von Rückfällen und Klinikeinweisungen angeboten hatte und aufgrund dessen nur niedrigere Fallzahlen erreichte, wird über einen hoffnungslos zu niedrigen Euro-Fallwert z.T. um ein Drittel des bisher schon spärlichen Geldzuflusses betrogen. Ausgerechnet trifft es so eine der Fachgruppen am untersten Ende der Einkommensskala. Einkommen können die betroffenen psychiatrisch tätigen Kolleginnen und Kollegen nicht mehr erwirtschaften.

Bei dem von allen Arztgruppen zu hörendem Aufschrei über die neue Vergütungswelt droht die besonders prekäre und wirtschaftlich in keiner Weise tragbare Situation der Psychiater leicht wieder aus dem Blick zu geraten. Psychiaterverbände und bvvp haben sich an KBV, Krankenkassen und die Politik gewandt, um ein Umlenken einzufordern. Wir unterstützen in diesem Zusammenhang auch die folgende Initiative des Praxisverbundes ‚psingolstadt.de’: Sie können mit Ihrer Unterschrift unter den dort entworfenen offenen Brief an die Bundesgesundheitsministerin  Ulla Schmidt Ihrer Forderung nach einer unverzüglichen Lösung für die bedrohte psychiatrische Versorgung und die gefährdeten psychiatrischen Praxen Nachdruck verleihen.

Norbert Bowe

Der Text des offenen Briefes (Link)