bvvp-Info 22.5.2000 zur Qualitätssicherung in der Psychotherapie

Die Spitzenverbände der Krankenkassen und die KV Hessen planen Modellversuch zur Qualitätssicherung in der Psychotherapie in Hessen

Ohne die Einbeziehung des Beratenden Fachausschusses und der Kommission zur Qualitätssicherung in der Psychotherapie, die von der KV Hessen zu Fragen der QS in der PT einberufen wurde, plant die KVH mit den Krankenkassen, den Modellversuch nach der Konzeption des Arbeitsausschusses des Richtlinienausschusses in Hessen durchzuführen. In Gesprächen mit Herrn Dr. Herholz, QS-Beauftragter der KVH, Vertretern von VdAK und AOK und KBV wurde folgendes Vorgehen bekannt:

  • Eine Erprobung soll für drei Monate erfolgen.

  • Die Teilnahme soll für alle hessischen Psychotherapeuten verpflichtend sein.

  • Für die Teilnahme wird der Therapeut vom Gutachterverfahren befreit.

  • Aus der Genehmigungspflicht wird dadurch nur noch eine Anzeigepflicht.

  • Daten sollen zur Auswertung an ein Institut in Tübingen (Prof. Selbmann ) weitergegeben werden.

 Die Auswertung der Daten soll unter der Fragestellung erfolgen :

  • Ist das Dokumentationssystem des Arbeitsausschusses zweckmäßiger als das Gutachterverfahren?

  • Welche Daten ergeben sich hinsichtlich Indikation und Ergebnissen.

Das Dokumentationssystem soll nach der Evaluation verbessert und dann flächendeckend in Deutschland eingeführt werden

Viele Fragen der Psychotherapeuten blieben in den Gesprächen offen oder unbefriedigend beantwortet.

Siehe dazu auch den Diskussionsbeitrag „Mißbrauch der Qualitätssicherung für Honorarpolitik?“ im Forum sowie die bvvp-Stellungnahme zum Gutachterverfahren (unter Qualitätssicherung).

Elisabeth Schneider-Reinsch, bvvp