Honorare für Psychotherapeuten in Westfalen-Lippe falsch berechnet

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat seit Anfang Januar 2000 die Honorare für psychologische Psychotherapeuten falsch berechnet. Das entschied das Sozialgericht Dortmund in einem Musterprozess (Az.: S 26 KA 274/00). Ein Diplom-Psychologe hatte auf Zahlung eines Punktwerts von zehn Pfennig für antrags- und genehmigungspflichtige zeitgebundene Leistungen geklagt. Bei Primär- und Ersatzkassen liegt der Punktwert momentan bei 8,2 Pfennig.

Die KVWL habe das Honorar "auf der Basis rechtswidriger Vorgaben des Bewertungsausschusses und ihres Honorarverteilungsmaßstabes" ermittelt, begründete das Sozialgericht die Entscheidung. Weiterhin wurde kritisiert, dass die Berechnung auf die Ist-Umsätze der Therapeuten im Jahr 1998 abgestellt wurde, die auf "unangemessen niedrigen Punktwerten" basiert hätten. Außerdem habe die KVWL den Mindestpunktwert für psychotherapeutische Leistungen unrechtmäßigerweise an die Vergütungsvereinbarungen geknüpft.

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Dipl.Psych.Jürgen Doebert * Psychoanalytiker (DPV)
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