bvvp-Info für Psychotherapeuten

Was hat der bvvp bisher für Sie getan?

Der bvvp und alle seine 17 Landesverbände vertreten die Interessen aller Psychotherapeuten - sowohl die der ärztlichen Psychotherapeuten, als auch die der Psychologischen Psychotherapeuten oder der Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapeuten gleichermaßen und gleichberechtigt. Dabei ist der bvvp entschieden der Ansicht, nur gemeinsam und bei Bündelung der Kräfte aller psychotherapeutischen Berufsgruppen deren Interessen in allen Gremien der Selbstverwaltung, bei der Politik und in der Öffentlichkeit schlagkräftig genug vertreten und durchsetzen zu können. Diese Politik der Gemeinsamkeit haben die Vertreter des bvvp auf Bundesebene, die Vertreter der bvvp-Landesverbände in ihren Regionen und natürlich auch deren psychotherapeutische Abgeordnete in den KVen immer praktiziert. Der bvvp und seine Landesverbände haben dabei bis heute nennenswerte Erfolge im Interesse der gesamten Psychotherapeutenschaft erkämpft. Damit Sie sich einen eigenen Eindruck von der Arbeit des bvvp machen können, haben wir im Folgenden Ihnen im Überblick seine zahlreichen Aktivitäten dargestellt:  

  • Der bvvp hat als erster Verband anhand betriebswirtschaftlicher Daten die Auseinandersetzung um angemessene Honorare geführt und die bundesweiten Klageverfahren initiiert und koordiniert, die 1999 zu den ersten aufsehenerregenden Urteilen des Bundessozialgerichts (BSG) geführt haben. Vier der fünf erfolgreichen Musterklagen haben bvvp-Landesverbände im Interesse aller Psychotherapeuten erstritten. Es gibt inzwischen in einigen KVen bereits umfangreiche Nachzahlungen. Kollegen und Kolleginnen, die die bvvp-Empfehlung, Widerspruch einzulegen, konsequent berücksichtigt haben, haben bereits bis zu 70.000,- DM Nachzahlung erhalten.  
  • Der bvvp hat in der Vergangenheit auf die Reformen und Entwicklungen von EBM, GOÄ, GOP und Psychotherapie­richtlinien im Interesse aller Psychotherapeuten Einfluß nehmen können.  
  • Der bvvp hatte an den Punktzahlerhöhungen für psychotherapeutische Leistungen in den letzten EBM-Reformen maßgeblichen Anteil (z.B. von 1000 bzw. 1100 auf 1450 Punkte für die Psychotherapiesitzung).  
  • Der bvvp war an der Entwicklung des Psychotherapeutengesetzes in allen Stadien aktiv beteiligt und hat sich dabei besonders für die gleichberechtigte Integration der neuen Heilberufe in die bestehenden Strukturen, eine qualitativ hochstehende Versorgung und den Wegfall der zunächst beabsichtigten Zuzahlung eingesetzt.  
  • Der bvvp hat eine Mitglieder-Initiative gegen die im Psychotherapeutengesetz zunächst vorgesehene Patientenzuzahlung unterstützt, die nennenswerten Anteil daran hatte, daß diese besondere Belastung der Psychotherapiepatienten noch vor Inkrafttreten des Gesetzes wieder zurückgezogen wurde. 
  • Der bvvp bemüht sich z.Zt. nach Kräften um die nachträgliche, dringend notwendige Aufstockung des im Psychotherapeutengesetz und im Solidaritätsstärkungsgesetz festgeschriebenen Budgets 1999 und die bisher ausgebliebene Umsetzung der erkämpften Urteile des BSG. 
  • Der bvvp konnte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) als Aufsichtsbehörde davon überzeugen, daß der Beschluss des Bewertungsausschusses von KBV und Krankenkassen vom 16.2.00 die rechtlichen und gesetzlichen Vorgaben zur Honorierung der Psychotherapie in der GKV nicht korrekt umsetzt. Der bvvp hat dem BMG hier umfangreiches Datenmaterial, eigene Kalkulationen, eigene Kostenrechnungen und ein vom ihm in Auftrag gegebenes betriebs­wirt­schaftliches Fachgutachten vorgelegt. Diese Nachweise haben das BMG offenbar von der Unrechtmäßigkeit des Beschlusses überzeugt: Das Ministerium besteht in einem Schreiben an die KBV und die Krankenkassen vom 30.11.00 - mit Verweis auf das vom bvvp und der KBV vorgelegte Material - auf einer Korrektur des Beschlusses.  
  • Der bvvp bereitet außerdem mit seinen Landesverbänden erneut flächendeckende Klageverfahren vor, die möglichst viele unterschiedliche Praxisbedingungen und Jahre bis heute erfassen. Dabei geht es sowohl um die Frage von Nachzahlungen der Jahre 1993-1998 für alle, als auch um das Jahr 1999 mit gesetzlich definiertem Budget und um die Situation heute aufgrund des unsäglichen Bewertungsbeschlusses von KBV und Kassen.
  • Der bvvp hat im (Psychotherapie-) Richtlinienausschuss jüngst einen Antrag auf Vergrößerung der Bewilligungsschritte bei Verhaltentherapie mit Angleichung an die Tiefenpsychologie eingebracht, über den jedoch noch nicht beschlossen wurde.  
  • Der bvvp hat sich in der Vergangenheit immer für ein gemeinsames Grundleistungskapitel im EBM und für gleichwertige Ziffern für alle stark gemacht. Leider konnte er sich damit - als einziger Verband - gegen die Facharztverbände und gegen die Psychologenverbände nicht durchsetzen. Immerhin war es v.a. der bvvp, der verhindert hat, daß das jetzige gemeinsame Psychotherapeuten-Kapitel noch weiter in eines für ärztliche - aber nicht fachärztliche - Psychotherapeuten und eines für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten aufgeteilt wird. Bei einer Dreiteilung, wie sie seinerzeit geplant war, stünden letztere mit Sicherheit noch schlechter da.  
  • Der bvvp hat bei einer EBM-Kapitelauftrennung immer die Schwächung und Entsolidarisierung der Psychotherapeuten, die unangemessene Besserausstattung des Facharztkapitels und die damit verbundene Aushöhlung der Richtlinienpsychologie befürchtet. Genau die Psychologenverbände, die das jetzt lauthals beklagen, haben genau das jedoch in der irrigen Annahme, davon zu profitieren, vorangetrieben.  
  • Der bvvp kämpft z.Zt. intensiv dafür, daß im kommenden EBM die Punktzahlen der Psychotherapieleistungen angemessen kalkuliert und nicht künstlich klein gerechnet werden. Er setzt sich weiterhin für eine gerechte Kapitelausstattung für alle Fachgruppen ein, um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Bei der Punktzahlbewertung konnten im Fachausschuss schon Nachbesserungen erreicht werden, die ohne den Einsatz des bvvp kaum zustande gekommen wären.  
  • Der bvvp hat mehrere Erhebungen zur Versorgungssituation (Zuzahlung, finanzielle Situation der Praxen) in eigener Regie durchgeführt und hat die erhobenen Daten auch im Interesse aller berufspolitisch mit Erfolg verwenden können. Zur Zeit führt Prof. Zepf von der Universität Homburg/Saar mit logistischer und finanzieller Unterstützung des bvvp in Modellregionen eine Studie zur psychotherapeutischen Versorgung durch. Erste Ergebnisse aus dem Saarland lassen erwarten, daß damit der beliebten Mär bei KVen, Kassen und Politikern, es gäbe aktuell bereits fast überall eine Überversorgung, mit handfesten Daten entgegen getreten werden kann. Derartige Daten könnten insbesondere für Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten, aber auch Psychologischen Psychotherapeuten, denen nach geltendem Recht zukünftig in weiten Teilen der Republik die Niederlassung verwehrt wird, nützlich sein und möglicherweise auch bei einer Novellierung des Psychotherapeutengesetzes eine Rolle spielen. 
  • Der bvvp hat engagiert dagegen gekämpft, daß ein völlig unausge­reiftes Qualitätssicherungsverfahren das bisherige Gutachterverfahren ersetzt und damit die Grundlagen des BSG-Urteil ausgehebelt werden. Einige Psychologenverbände haben hingegen versucht - ohne die Folgen zu beachten -, möglichst schnell das Gutachterverfahren abzuschaffen. Der bvvp war daher maßgeblich daran beteiligt, daß eine geplante Psychotherapierichtlinien-Änderung kürzlich scheiterte, die allen möglichen Modellversuchen Tür und Tor geöffnet hätte. Der bvvp wird sich an der Entwicklung besserer Qualitätssicherungsverfahren beteiligen. Solange es die nicht gibt, ist das Gutachterverfahren unverzichtbar.  
  • Der bvvp setzt sich - wo immer es geht - dafür ein, daß in der Gesundheitspolitik endlich Entwicklungen voran kommen, die der Fachpsychotherapie als Ganzes bei gleich­zeitiger Berück­sichtigung der unterschied­lichen Grundqualifikationen der Behandler zu­künftig endlich Praxisführungs- und Existenzbedingungen ermöglichen, die für alle angemessener und gerechter sind als die der Vergangenheit. (Wenn Sie sich noch genauer orientieren wollen, finden sie weitere aktuelle Informationen immer auf unserer Homepage unter: www.bvvp.de)

Wir stellen klar: Der bvvp ist über seine 17 Landesverbände mit z.Zt. ca. 4000 Mitgliedern der mitgliederstärkste Verband von niedergelassenen Richtlinien-/Vertragpsychotherapeuten in Deutschland. Ungefähr 50% der Verbandsmitglieder sind ärztliche und 50% sind Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten und entsprechend auch in den Vorständen auf Bundes- und Landesebene repräsentiert. In einer Zeit, in der den Psychotherapeuten von KVen, KBV und Kassen der Wind ins Gesicht bläst, ist die integrative Arbeit und die solidarische Abwägung gemeinsamer und spezifischer Interessen wie im bvvp von besonderer Bedeutung. Der bvvp und alle seine Landesverbände vertreten engagiert die Interessen aller Psychotherapeutengruppen. Hier ist noch viel zu tun - und hierfür brauchen wir eine starke psychotherapeutische Fachgruppe, die nicht - in sich zerstritten - vorwiegend um Partikularinteressen kämpft und sich dann von ihren organmedizinischen Gegenspielern leicht auseinanderdividieren und zurückdrängen läßt.

Wie Sie Mitglied bei uns werden können

Als Psychotherapeut können Sie in dem für Ihre Region zuständigen Landes- oder Regionalverband des bvvp ordentliches Mitglied werden, wenn Sie Richtlinien- Psychotherapeut sind und eine Kassenzulassung zur Behandlung entsprechend den Psychotherapie-Richtlinien besitzen. Diese regionalen Verbände der Vertragspsychotherapeuten wiederum sind im bvvp zusammengeschlossen. Wenn es jedoch in Ihrem Bundesland oder KV-Bezirk noch keine regionale Gruppierung der Vertragspsychotherapeuten geben sollte, können Sie auch direkt im bvvp außerordentliches Mitglied werden.

 

Dr. F.R. Deister, bvvp