Musterklage zum RLV einer „jungen Praxis“

Mehrfach hatten wir in der Vergangenheit von den Schwierigkeiten sogenannter „junger Praxen“ berichtet, die, wie alle KollegInnen, hohe Einkommenseinbußen im Rahmen des RLV in Kauf nehmen müssen. Die Besonderheit bei „jungen Praxen“ liegt darin, dass die vielen antragsfreien psychotherapeutischen Leistungen nicht mit wenigen genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen ausgeglichen werden können.

In meinen Artikeln als „Glückskind“ hatte ich berichtet von den massiven Einschnitten des RLV, die dazu geführt hatten, dass ich insbesondere in meinem 1. Quartal trotz mehr als 500.000 eingereichter Punkte nicht einmal 10.000 Euro von der KV vergütet bekommen habe. Diese Vergütung reicht in der Regel bei „jungen Praxen“ höchstens, um die Fixkosten zu decken. Zusätzlich sind die jungen Praxen noch mit Darlehen aus der Ausbildung und der Praxisübernahme belastet.

Darum hat der Vorstand des vhvp beschlossen, die Rechtslage juristisch überprüfen zu lassen. Es soll hier nicht allein um die Belange dieser einzelnen Praxis gehen. Vielmehr soll diese Musterklage auch für die in den kommenden Jahren erwarteten vielen weiteren jungen KollegInnen überprüfen lassen, ob dieses Abrechnungsvorgehen der KV rechtskonform ist.

Die Klage wurde im Sommer bei dem Sozialgericht Marburg eingereicht. Die 12-seitige Klagebegründung wurde von Tilo Silwedel und Norbert Bowe ausgearbeitet und liegt dem Gericht vor. Hier zeigt sich wieder einmal, wie engagiert und kompetent der Vorstand die Belange ihrer Mitglieder vertritt. Dafür einen herzlichen Dank!

Ariadne Sartorius
September 2007